19. Februar 2005                             Lieber Tim,

 

heute ist es genau ein Jahr her, als wir erfahren haben, dass Du diesen schrecklichen Tumor in dir hast. Vor einem Jahr habe ich erfahren, was Angst wirklich bedeutet. Ich habe vorher nie gewusst, dass es solch eine tiefe, durch dringliche Angst überhaupt gibt. Eine Angst, die einen auffrisst!  In dem Moment, als der Arzt mir die Diagnose sagte, war es mir, als würde mir jemand den Boden, auf dem ich stehe, unter meinen Füßen weg ziehen und ich in ein Loch fallen, dessen Grund man nicht sehen kann. Ich falle immer noch....

Es ist nun ein Jahr her und die Angst hat sich verändert. Aus der Angst: Du könntest sterben, ist eine Angst vor meinem eigenen Leben geworden. Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder in meinen Alltag zurück finden kann. Auf jeden Fall wird es ein neuer Alltag sein. Meine Einstellung zum Leben hat sich verändert. Es ist mir, als ob meine Leben ohne Dich, kein wirkliches Leben mehr ist. Deine Geschwister  brauchen mich. Sie brauchen mich als ihre Mutter. Aber durch Deinen Tod, habe ich ein Stück Muttersein verloren. Ich bin nicht mehr die Mutter, die ich war, als Du noch da warst. Ich habe drei Kinder und Du bist und bleibst eins davon. Ich werde Dich nie aufhören zu lieben. Vorgestern wollte ich nach dem Mittagessen jemanden besuchen und mir war, als ob ich warten müsste, bis Du wach bist, damit ich Dich mit nehmen kann. Ja, meine Lebensplanung wird auch weiterhin auf Dich und Deine Existenz ausgerichtet sein. Du warst da und Du bist auch weiterhin bei uns. Nur nicht mehr so, dass wir Dich sehen können. Aber fühlen kann ich Dich. Du bist nicht fern! Du bist uns nur voraus gegangen. Dort wo Du bist, ist es schön, dass spüre ich deutlich. Als Du am 15. Januar dieses Jahr gestorben bist, warst Du so voller Frieden. Dass wir Dich gehen lassen könnten, war vor einem Jahr noch so undenkbar. Dieses Jahr voller Krankheit und Therapie hat soviel in uns allen bewirkt. Du hast in Deinem kurzen Leben viele Menschen auf einen guten und neuen Weg gebracht. Dein Leben, wenn es auch noch so kurz war, hat Berge versetzt! Es hatte einen Sinn. Auch wenn Dein Sterben für uns keinen sichtbaren Sinn hat.  Wir werden darauf eine Antwort bekommen. Wenn wir selbst dort sind, wo Du jetzt bist, dann werden wir wissen, warum dies alles geschehen musste. Da bin ich mir sicher.

 

 

 

 

Lieber Tim

Vor einem Jahr geschah das schreckliche,

es war unfassbar und wir wollten es nicht glauben.

Vor einem Jahr geschah das, was keinem Menschen soll geschehen, die Ärzte sagten Du hättest einen Tumor an einer sehr gefährlichen Stelle gelegen. 4 Tage später wurdest Du operiert, die Hoffnung war groß, es könnte alles gut werden.

Hoffnung auf ein Leben mit Dir. Die Ärzte waren sehr verhalten, wollten nicht zu große Hoffnung schüren. Du erholtest Dich von der Operation sehr schnell und wir waren sehr guter Dinge. Aber dann nach kurzer Zeit, holte uns die Wahrheit ein. Du hast Krebs und noch dazu, hochgradig bösartig, was sollten wir tun?

Wir wussten nicht, den Unterschied. Ich dachte böse ist böse. Was kann es böser sein. Ich sollte schnell eines bessern belehrt werden, denn im Sommer schon zeigte sich, welche Steigerung das Böse in sich hat. Dein Köpfchen musste man untersuchen und das Böse es zeigte sich schnell. Der Tumor hatte sich dort eingenistet und richtete großen Schaden an. Du hast gekrampft und wir mussten Dir noch stärkere Medis geben. Du hast trotzdem noch Stärke bewiesen und diesem Bösen, dessen Bösartigkeit wir nicht kannten, den Kampf angesagt. Doch böse ist böse und Du warst zu gut. Der Kampf war ungleich und ungerecht. Du warst auf verlorenem Posten.

Das Böse war stark und hat Dich einfach nicht in Ruhe gelassen.

Der Tumor der wuchs trotz der Chemo sehr schnell, und hat letzt - endlich Deine Gedanken gefressen.

Aber eins ist sicher und das weiß ich genau, Deine Seele die konnte der Tumor nicht stehlen.

Nun bist Du beim Vater und es geht Dir dort gut.

Lieber Tim wir haben Dich lieb. Das sollst Du wissen. Wir haben Dich begleitet so lange wir konnten. Aber den restlichen Weg musstest Du ohne uns gehen, da war ein anderer und er hat Dich dort abgeholt..

Wir müssen weiterleben und vertrauen darauf, dass wir uns wiedersehen.  Aber eins ist ganz sicher: Vergessen werden wir Dich nie! Der Platz in unseren Herzen ist tief.

 

In Liebe und großer Dankbarkeit für Dein kurzes Leben und die Erkenntnis die wir alle aus Deinem Dasein gewonnen haben

 

Deine Mama, Dein Papa, Jan und Lisa-Marie

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