Der 13. und 15. Januar 2006

 

Am Freitag war Tims Geburtstag.

Er waere drei Jahre alt geworden.

Es war der erste Geburtstag,

den er nicht mehr mit uns verbringen konnte.

 

Und nun heute schon der Tag an dem er sich

im letzten Jahr von uns verabschieden musste.

Es ist schon sehr viel, was in den letzten Tagen 

an Gefuehlen auf uns eingestuermt ist.

 

Am Freitag fragte Lisa-Marie, warum wir an Tims Todestag so viel mehr Programm haben, als an seinem Geburtstag. Das hat mich auch zum Nachdenken gebracht. Aber nun war auch sein Geburtstag schon mit vielen lieben Menschen gefuellt, die bei uns waren und die uns auch zu seinem Grab begleitet haben.

Dort haben wir wunderschoene Rosen hinterlassen

und viele Lichter. Dieses Bild ist mir nun im Herzen und sein Geburtstag war auch ein besonderer Tag!

Ich vermissen Tim unendlich und die Vorstellung,

dass er nun eigentlich ein Kindergartenkind waere,

frisst mich fast auf. Es tut mir sehr weh, wenn ich am Gebaeude des Kindergartens vorbei gehe.

Es ist einfach so unertraeglich, dass Tim dort nie hingehen darf. Er haette es bestimmt geliebt.

Er war so gerne mit Menschen zusammen.

 

Nun war heute die Gedenkandacht zu seinem Todestag. Es war ein sehr trauriger Anlass.

Unser lieber Pfarrer hat einen schoenen Gottesdienst gestaltet, an dem sich die Andacht fuer Tim angeschlossen hat.

Er hat passende Worte gefunden.

 

Die Andacht und auch der Gottesdienst

waren sehr troestend.

Wir werden bestimmt noch lange daran zurueck denken und in den Worten Trost finden.

 

Gottes Liebe hat uns in diesem Gottesdienst begleitet und in der Erinnerung war Tim ganz nah.

 

Meine beiden Grossen, Jan und Lisa-Marie

haben einen Teil dieses Textes vorgetragen.

Sie waren sehr mutig und

haben es wundervoll gemacht!

 


 Ein Jahr ist vergangen, ohne Tim.

 

Ein Jahr ohne sein Lachen.

Ein Jahr ohne das Leuchten in seinen Augen.

Ein Jahr ohne die Moeglichkeit ihn zu beruehren.

Ein Jahr voll unueberwindbarer Sehnsucht.

Ein Jahr voll Traurigkeit.

Ein Jahr voll Endgueltigkeit.

Ein Jahr voll Ziellosigkeit.

 

Aber auch ein Jahr voll Dankbarkeit.

Dafuer, dass er bei uns war.

Dass wir ihn kennen lernen durften.

Dass wir seine Familie sein duerfen.

Dass wir ihm unsere Liebe schenken durften.

Dass wir durch ihn gelernt habe zu leben.

 

Es ist, als ob es gestern gewesen waere,

wo wir ihn noch halten konnten,

wo wir ihn noch umsorgen konnten,

wo wir noch Hoffnung hatten,

auf ein Leben mit Tim.

 

Es ist, als ob schon eine Ewigkeit vergangen waere,

wo wir noch gluecklich waren,

wo wir noch vollstaendig waren,

wo wir noch unbeschwert waren.

 

Es scheint einem so falsch,

dass Tim nicht mehr bei uns ist,

dass er nicht mehr mit uns leben darf,

dass er nicht mehr greifbar ist.

 

Und trotzdem gehoert er weiterhin zu uns,

und trotzdem bleibt er ein Teil unserer Familie,

und trotzdem sind wir jeden Tag dankbar,

dass er bei uns war!

 

 

Nie wuerden wir das eintauschen!

Dass Tim bei uns war hat unser Leben veraendert.

Ohne ihn waeren wir nicht die, die wir heute sind.

Ohne ihn haetten wir nicht erkannt,

was wirklich wichtig ist im Leben.

 

 

Lieber Tim

 

Wenn es Dich nicht gegeben haette,

waere vieles anders.

Wir waeren nicht so froehlich,

wir waeren nicht so mutig.

wir waeren nicht so hoffnungsvoll.

Die Sonne waere nicht so hell.

Der Mond waere nicht so nah.

Der Himmel waere nicht so blau.

Wenn es Dich nicht gegeben haette,

waere alles anders.

 

Wir danken Gott,

dass es DICH gab !

 

Danach hat eine gute Freundin diesen Text vorgelesen,

wofuer ich Ihr sehr dankbar bin!


Eine Erinnerung an Tim

Wie kann man Tims Leben in Worte fassen. Wenn ich etwas zu seinem Leben sagen soll, kommt mir natuerlich in erster Linie der Gedanke, dass es viel zu kurz war.

Er war ein Wunschkind. So wie seine beiden Geschwister auch. Mit ihm war unser Glueck perfekt.

Ganze 13. Monate erlebten wir dieses Glueck.

Ein anstrengendes Glueck, denn wie andere Kinder auch, hatte Tim mit dem Durchschlafen Probleme.

Er bekam schon von Anfang an mehr erlaubt wie seine Geschwister und durfte als einziger noch eine ganze Zeit neben mir in meinem Bett schlafen.

Spaeter stand sein Bettchen direkt neben meinem.

Das ist mir heute eine gross Stuetze, weil ich weiss

dass ich ihm alles gegeben habe.

Als er dann groesser wurde, entwickelte er sich praechtig

und es gab keinen Grund zur Beunruhigung.

Das Leben mit 3 Kinder spielte sich ein

und wurde zum Alltag.

Mitten hinein in diesen Alltag

traf uns die grausame Wahrheit:


Tim hat Krebs.

Es folgte eine lange Therapie mit vielen Hoffnungen

und Aengsten. Aber Tim war mutig und tapfer.

Der Krebs schien zu weichen.
Eine Untersuchung im September zeigte aber die ganze Grausamkeit seiner Krankheit. 4 Tage spaeter war er dem Sterben schon naeher als dem Leben. Tim zeigte seine Kraft, er wollte Leben. Es war als verfolge er ein Ziel und kaempfte dafuer, so konnte er noch 3 einhalb Monate bei uns bleiben. Er feierte das Weihnachtsfest mit uns, begleitete uns in das neue Jahr und schaffte es auch noch zwei Jahre alt zu werden. Dann war seine Kraft verbraucht und er schlief zu Hause in unseren Armen friedlich ein.

 

Die Zeit die er noch mit uns verbringen konnte,

hatte uns auf sein Sterben vorbereitet und

wir konnten mit ihm noch ein Stueck Abschied leben.

 

Trotzdem fehlt er uns sehr und

wir vermissen ihn unendlich.

 

Die Sehnsucht scheint oft noch unueberwindbar.

Aber wir gehen jeden Tag einen kleinen Schritt.

Und versuchen in Erinnerung an unseren kleinen Tim unser Leben weiter zu leben.

Manchmal sind Erinnerungen wie ein Regenguss,
kommen auf dich herab,

erwischen dich ganz unvermutet.

Manchmal sind Erinnerungen wie Gewitter,
schlagen auf dich ein,

gnadenlos in ihrem Auftauchen,
und dann wenn sie aufhoeren lassen sie dich

ermuedet und geschafft zurueck.

Manchmal sind Erinnerungen wie Schatten,
schleichen sich heimlich von hinten an,
verfolgen dich rundherum,
dann verschwinden sie und lassen dich

traurig und verwirrt zurueck.

Manchmal sind Erinnerungen wie eine Daunendecke
Umgeben dich mit Waerme ueppig,

ueberreichlich und manchmal bleiben sie,
huellen dich in Zufriedenheit
.

 

 

Dieses Lied haben wir gesungen:

Welcher Engel wird uns sagen,

dass das Leben weiter geht,

welcher Engel wird wohl kommen,

der den Stein vom Grabe hebt?

Wirst Du fuer mich,

werd ich fuer Dich der Engel sein?

Wirst Du fuer mich,

werd ich fuer Dich der Engel sein?

Welcher Engel wird uns zeigen,

wie das Leben zu bestehn?

Welcher Engel schenkt uns Augen,

die im Keim die Frucht schon sehn?

Wirst Du fuer mich,

werd ich fuer Dich der Engel sein?

Wirst Du fuer mich,

werd ich fuer Dich der Engel sein?

Welcher Engel oeffnet Ohren,

die Geheimnisse verstehn?

Welcher Engel leiht uns Fluegel,

unsern Himmel einzusehn?

Wirst Du fuer mich,

werd ich fuer Dich der Engel sein?

Wirst Du fuer mich,

werd ich fuer Dich der Engel sein?

 

 

Danach wurden noch viele Kerzen angezuendet,

welche auch unsere Seele erwaermt haben

und Licht in das Dunkel der Trauer bringen.

 

 

Gottes Liebe bringt auch das Licht in die Dunkelheit der Verzweiflung. Das habe ich mit meiner Familie erfahren und moechte es Menschen weitergeben die Trost suchen.

Denn Gott laesst uns nicht alleine, auch wenn es manchmal

im ersten Moment so aussieht.

So ist er doch da und traegt uns durch die schwere Zeit.

Wir muessen es nur zulassen! Uns dafuer oeffnen.

 

Dafuer will ich Gott dankbar sein und ihm die Ehre geben,

indem ich es weitersage.

 

Gerade letztes Jahr war die Jahreslosung:

Jesus Christus spricht:

Ich habe fuer dich gebeten,

dass dein Glaube nicht aufhoere.

Lukas 22,32

 

Ich will auch trotz des schweren Schicksals, weiter an meinem Glauben an Jesus Christus festhalten.

 

Der Glaube an Gott, war in der Zeit von Tims Krankheit,

die einzige Moeglichkeit nicht in der

Verzweiflung zu versinken.

Ohne die Gewissheit, dass Gott uns traegt haette ich mich und mein Leben hoffnungslos aufgegeben.

Aber Gott hat uns versprochen, uns nicht alleine zu lassen. Das haben wir in dieser Zeit hautnah erleben duerfen. Wir waren getragen. Auch jetzt koennen wir das jeden Tag spueren und erfahren. Er stellt uns immer wieder Menschen zur Seite, die sich um uns kuemmern,

damit wir nicht aufgeben.

Damit wir das Licht sehen und seine Waerme spueren.

 

Tim in Gottes Haende zu geben und darauf zu vertrauen, dass er weiss was richtig ist. Auch die Gewissheit zu haben, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Er wurde geboren, weil Gott ihn haben wollte, weil wir uns gewuenscht haben noch ein Familiemitglied dazu zu bekommen.

 

Tim hatte nur ein kurzes Leben, den Grund dafuer kennen wir nicht. Aber er ist nicht verloren.

Darauf vertraue ich und davon lebe ich!

 

Tim ist in der Liebe Gottes geborgen.

 

Sehr viele Menschen habe uns

an Tims Gedenktag begleitet.

Dass wir an diesem Tag nicht alleine waren,

hat uns sehr geholfen.

Es bedeutet uns sehr viel!

 

Vielen Dank fuer die vielen Umarmungen und

liebevollen Worte die wir bekommen haben!

 

 

 

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